DGzRS Informations und Modellbau Seite

- BAUBERICHT RNLB  "Thomas Forehead and Mary Rowse II - (RNLI 44-010)"-




Hier möchte ich den Bau eines Lifeboat der Royal National Lifeboat Institution (R.N.L.I.) vorstellen. Dieses Lifeboat mit Namen "Thomas Forehead and Mary Rowse II" - (RNLI 44-010), gehört zur sehr bekannten Waveney Klasse und wurde 1974 gebaut. Von 1974-1987 war es in Plymouth und von 1987-1996 in Fowey (Cornwall) stationiert. Mein Modell wird den letzten Bauzustand von der Station Fowey zeigen, da ich die nächsten bei mir geplanten RNLI Modelle alle Cornwall zuordnen möchte. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Carl Gudmunsen, der mir ein paar schöne Aufnahmen der 44-010 zur Verfügung gestellt hat.


Diese Aufnahme zeigt die RNLI 44-010 in Fowey (© Carl Gudmunsen - RNLI Fowey)


Der Baukasten stammt von Billing Boats und ist im Maßstab 1:20. Die Baukastenversion zeigt das U.S. Coast Guard Modell. Durch ein paar Detailveränderungen lässt sich jedoch ein R.N.L.I. Modell herstellen. Die Qualität dieses Baukasten ist wirklich sehr gut und kann sich sehen lassen. Der Rumpf ist ebenfalls von sehr guter Qualität. Ich werde noch ein paar Spanten einsetzen, damit er an kritischen Punkten genug Stabilität bekommt. Die Holzaufbauten werde ich aus Polystyrol selber nachbauen und die dafür vorgesehenen Holzteile als Schablone benutzen. In dem Set ist alles enthalten, was man so für den Bau benötigt, ebenfalls ein kompletter Beschlagsatz mit Messingteilen. Lediglich die Antriebswellen samt Stevenrohre (Messing) werde ich tauschen. Die Motoren gehören nicht mit zum Lieferumfang, was aber auch irgendwie verständlich ist. Als Antriebsmotoren werde ich 2x Graupner Speed 500 einsetzen.


Ich habe nun die Antriebsmotoren und die Ruderanlage eingebaut. Die Motorsockel habe ich aus Balsaholz geschnitzt und in den Rumpfboden angepasst. Da diese aber viel zu weich waren, habe ich sie mit einer Glasfasermatte überzogen und 2x mit Epoxidharz eingestrichen. Nun sind sie richtig fest und halten auch die Motoren. Ausserdem werde ich noch eine Wasserkühlung einbauen. Die Ruder selber müssen natürlich noch nachgearbeitet werden. Die Ruderkoker habe ich soweit aus dem Baukasten übernommen, es sind einfach zwei Teile, die von unten und oben im Rumpf miteinerander verschraubt werden. Ich habe dann beide Seiten noch vorher mit Kleber bestrichen. Dann sollte von Oben noch ein Rohr als eigentlicher Koker eingelötet werden. Dieses Rohr habe mich durch den Tipp eines befreundeten Modellbauers abgeändert. Und zwar habe ich das Rohr in drei Teile geteilt und Mittig befindet sich jetzt eine Fettkammer in die eine Schmierleitung eingelötet wurde. Somit kann ich immer gewährleisten, dass die Ruderanlage durch das Fett dicht ist. In den Bugsteven habe ich noch einen Messingdraht eingeklebt, damit dieser auch verstärkt ist und einen eventuellen Aufprall übersteht.

Dann fand die erste Probefahrt statt. Sie verlief eigentlich ganz erfreulich, ausser, dass die Motoren und der Regler sehr heiss wurden. Problem scheint zu sein, dass die Motoren zu hoch drehen und dadurch das ganze System überhitzt und abstellt. Ich werde jetzt die Drehzahl auf die errechneten 3672 Umdreh./Min stellen und bei der nächsten Testfahrt schauen, was passiert. Ansonsten lässt sich dieses Modell sehr schön fahren und macht ein für den Maßstab gewaltiges Wellenbild. Die Flaggen habe ich bei Blissenbach bestellt und nach sehr kurzer Lieferzeit erhalten. Eigentlich wollte ich die Nationalflagge mit der RNLI Flagge auch für die Waveney haben, allerdings liess die Größe dieses nicht zu. Also habe ich jetzt die normale Nationalflagge bestellt, die RNLI Flagge gehört ebenso dazu, wie auch die Flagge von Cornwall. Die größeren Flaggen sind für meine Tamar Klasse (1:16), die sich ebenfalls im Bau befindet und die RNLI 16-14 "City of London III" der Station Sennen Cove / Cornwall wird.


Die Plicht und den hinteren Aufbauteil habe ich bereits aus Polystyrol gefertigt. Beim Aufbauteil sind nur noch die abgerundeten Profile aus Holz, diese werde ich noch mit Epoxidharz einstreichen, damit sie auch wasserfest sind. In das Deck werde ich für den hinteren Aufbau noch einen hohen Süllrand einsetzen, damit überkommendes Wasser nicht ins Bootsinnere gelangt. Die Plicht wird noch vier Lenzrohre erhalten, die wie beim Original zur Seite ausführen. Ausserdem bekommt die Plicht noch zwei Bunkerluken.


Eine weitere Arbeit ist das Erstellen von Nietenimitationen. Diese habe ich jetzt mit einer gekürzten Kanüle und einer Spritze mit Weissleim erstellt. Diese Arbeit ist eine meiner Lieblingstätigkeiten geworden, da man bei dem Setzen der Nieten extreme Ruhe und Konzentration benötigt. Der hintere Aufbau ist bis auf die Beschriftung fertig und gefällt mir sehr gut.


nach oben



(c) by Daniel Branscheidt (www.modellbau-seenotrettung.de)