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- BAUBERICHT SK  "HARRO KOEBKE" & TB "NOTARIUS"-



 
Diese Aufnahmen zeigen die HARRO KOEBKE und die NOTARIUS an ihrem Liegeplatz in Sassnitz.


Der Baukasten stammt von Graupner und ist im Maßstab 1:25. Graupner setzt bei diesem Modell auf das Easy Built Up System. Das bedeutet, dassdie Teile wie z.B. die Aufbauten etc. schon zusammengebaut und grundiert sind. Der Rumpf ist ebenfalls grundiert. Es sind auch alle erdenklichen Beschlagteile im Bauset. Sehr gut gedacht sind die einzelnen Baunummern auf den Tütchen. Allerdings zeigt die Anleitung nur sehr wenig. Die ganzen Teile muss man Anhand von Original Fotos zuordnen. Ich habe dieses schöne Schiff in Bremerhaven bei der 150 Jahr Feier der DGzRS und in Sassnitz besucht und besichtigt und etliche Aufnahmen gemacht. Das bedeutet aber für mich auch wieder mehr Arbeit, da ich natürlich die ganzen Details nachbilden möchte. Ausserdem werden einige Teile durch andere Hersteller ergänzt, so zum Beispiel Scheinwerfer von HerbundSab, eine Heckklappenmechanik, TB-Aufzug von JT Yachtmodelle etc.


Der Bau begann für mich mit der NOTARIUS. Blind wie ich war, habe ich einfach angefangen und den hinteren Abweiserbügel neu gelötet. Das ist an sich auch in Ordnung, nur das Ärgernis kam später. Ich habe das Unterwasserschiff sowie den umlaufenden Schlauch lackiert. Bei dem Schlauch gibt es beim Original Antirutschbereiche. Diese habe ich aus Gaze nachgebildet und einfach mit Klarlack aufgeklebt, danach grundiert und lackiert. Ich habe dann einen neuen Motor für die NOTARIUS gekauft, einen Brushless (BL) Robbe Roxxy Outrunner 2824-26. Eigentlich ist es nicht so dramatisch, einen Motor auszuwechseln. Da hat man allerdings die Rechnung ohne Graupner gemacht, denn die Schraubenköpfe im Bootsinneren sind nur sehr schwer zu erreichen. Ich habe dann ältere Schraubenzieher gebogen, sodass ich gut an die Schrauben herankam. Aber, die Köpfe dieser Schrauben waren total ausgefranst, sodass kein Schraubenzieher greifen konnte. Ende vom Lied war das herausfräsen der Schrauben und Motorhalterung. Dann kam das nächste Problem, auch die Madenschrauben der Kupplung waren beide total überdreht, ausgefranst und liessen sich nicht bewegen. Auch da musste ich jetzt mit der Fräse rein und habe sie aufgefräst. Ende vom Lied ist jetzt, dass ich sowohl eine neue Antriebswelle samt Dichtung und den Impeller bei Graupner als Ersatzteil bestellen muss. Eigentlich sehr ärgerlich, da ich nicht mehr so viel Geld in das TB stecken möchte, da ich Modellbau Häger wohl ein neues Tochterboot mit zwei Jetantrieben wie beim Original anbieten wird. Für meine NOTARIUS benötige ich dann jetzt auch noch das neue Deck von Modellbau Häger, da meins eingerissen ist. Daher ist es so ärgerlich, dass der neue Bügel achtern schon fertig verklebt sitzt.


Zwischenzeitlich habe ich dann auch an der KOEBKE angefangen und zwar mit dem Hubschrauberarbeitsdeck und den darunterliegenden Stores. Beim einkleben der Abgasrohre ist mir dann aufgefallen, dass die Originale zur Hälfte mit einem Lochblech abgedeckt sind. Das hätte ich auch gerne so nachgebildet, allerdings hätte ich dafür Unmengen kleine 1mm Löcher bohren müssen, was mich vermutlich eine Menge kleiner 1mm Bohrer gekostet hätte. Somit entschied ich mich, ebenfalls Gaze einzusetzen. Es ist zwar nicht ganz originalgetreu, aber meiner Meinung nach sieht es ganz gut aus. Wie dann die Abgasrohre damit verkleidet waren, habe ich sie lackiert. Schon bei dem ersten Anblick gefiel mir dieses neue Aussehen nicht und somit habe ich sie gealtert. Jetzt sehen sie so aus, als wären sie ein wenig der Witterung und den Abgasen ausgesetzt gewesen.
Dann besitzt die KOEBKE an der Acherkante des Hubschrauber Arbeitsdecks einen Abweiserbügel. Graupner hat diesen auch nicht korrekt widergegeben und ausserdem ist der dünne Kunststoff sehr brüchig. Also habe ich ihn mit Hilfe des Bauplans der DGzRS neu angefertigt und gelötet. Zum Vergleich auch ein Bild mit dem Vorgänger aus dem Baukasten.
Das Lackieren des Arbeitsdecks ist fast abgeschlossen. Lediglich die schwarze Lackierung an der Achterkante fehlt noch. Sollten bei lackierten Teilen glänzende Flächen zu sehen sein, so wird dieses spätestens nach dem seidenmatten Klarlack nicht mehr so sein.
Eine weitere Arbeit ist das Schleppfundament. Dieser ist als Teil schon beigefügt. Vergleicht man ihn allerdings mit dem Original, so darf man gerne noch eine Menge Arbeit investieren. Mich hat es gut 3 Stunden Arbeit gekostet, ihn zu detailieren, es hat aber eine Menge Spaß gemacht. So sind jetzt auch die Hydraulikleitungen, Schleppdraht, automatische Schlepphakenauslösung etc nachgebildet.


Dann habe ich die Motoren ausgebaut. Man konnte in Modellbauforen lesen, dass diese heiss gelaufen bzw. sogar durchgebrannt sind. Ich werde die beiden Aussenmaschinen durch den Robbe 755/40 ersetzen. Bei der Mittelmaschine bin ich mir noch nicht sicher, ob ich einen BL nehme oder es doch einen herkömmlichen Bürstenmotor gibt, der genügend Kraft aufbringt. Bei dieser Aktion habe ich gleich den Motorhalter von Graupner entfernt. Jetzt heisst es, die Fluchtung der Antriebswellen mit den Wellenböcken und Rudern zu kontrollieren, da man auch da desöfteren lesen konnte, dass diese völlig schief lagen. Das Wellenfett ist ebenfalls unbrauchbar und wird ersetzt, ebenso wie die Antriebswellen, die werde ich bei Gundert bestellen. Vermutlich werde ich auch noch das Bugstrahlruder ausbauen und durch eines von Raboesch mit richtigem Propeller ersetzen.


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